Änderungen beim Investitionsabzugsbetrag ab 1.1.2020

Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG erfährt durch das Jahressteuergesetz 2020 zahlreiche Änderungen ‒ und das rückwirkend ab 2020. Der Kreis der begünstigten Unternehmer wird sich durch diese Neuregelungen deutlich vergrößern. Allerdings fallen auch einige Unternehmen zukünftig aus dieser Begünstigung heraus.

Beim Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG darf ein Unternehmer unter bestimmten Voraussetzungen bereits heute einen Teil der Investitionskosten für in den nächsten drei Jahren geplante Investitionen als Betriebsausgabe abziehen. Ab dem Jahr 2020 gelten dabei u.a. folgende Änderungen:

  • Es gilt nun eine einheitliche Gewinnhöchstgrenze von 200.000 Euro, egal, ob ein Unternehmer bilanziert oder seinen Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt.
  • Der im Rahmen des Investitionsabzugsbetrags abziehbare Anteil der voraussichtlichen Investitionskosten erhöht sich von bisher 40% auf zukünftig 50%.

Von dieser Änderung profitieren werden z.B. Freiberufler, die ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Hierfür galt bisher eine Gewinngrenze von 100.000 Euro, die nun verdoppelt wurde.

 Negativ kann sich die Neuregelung z.B. für ertragsstarke bilanzierende Unternehmen auswirken, deren Gewinn die neue Höchstgrenze überschreitet. Bisher war für diese Unternehmen das Betriebsvermögen (Eigenkapital) entscheidend, welches z.B. bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften durch Entnahmen vermindert werden konnte.

Die neue einheitliche Gewinngrenze von 200.000 EUR, unabhängig davon, ob ein Unternehmer seinen Gewinn per Bilanz oder per Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt oder Land-und Forstwirt ist, gilt bei der Gewinnermittlung 2020 auch bei der 20%igen Sonderabschreibung. Für die Inanspruchnahme in 2020 ist der Gewinn im Jahr 2019 zu prüfen.

Durch das Corona Steuerhilfegesetz wurde außerdem die Investitionsfrist für in 2017 gebildete Investitionsabzugsbeträge um ein Jahr verlängert. Wurde also aufgrund der Coronapandemie bis zum 31.12.2020 keine Investition vorgenommen, kann diese auch noch unschädlich in 2021 nachgeholt werden.

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