Fachnachrichten Steuerberater Simon & Partner Landsberg

Dienstwagennutzung im Urlaub

Nutzen Arbeitnehmer oder Unternehmer einen betrieblichen PKW auch für Privatfahrten, kann diese private Nutzung pauschal mithilfe der 1%-Methode versteuert werden. Bei der Mitnahme eines Dienstwagens in den Urlaub sind dabei einige Besonderheiten zu beachten. 

Stellt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung zur Verfügung, so muss der Mitarbeiter den damit verbundenen geldwerten Vorteil als Arbeitslohn versteuern. Dieser geldwerte Vorteil kann grundsätzlich mit monatlich 1% des Bruttolistenpreises bewertet werden. Durch diese so genannte 1%-Regelung werden die unmittelbar durch das Halten und den Betrieb des Fahrzeugs veranlassten Kosten abgegolten. Hierunter fallen z.B. Kosten für Benzin, Reparaturen, Kraftfahrzeugsteuer, Versicherungen oder steuerliche Abschreibungen.

In den meisten Fällen ist somit auch die Nutzung des Firmenwagens für eine private Urlaubsreise durch die 1%-Regelung erfasst und führt zu keiner zusätzlichen steuerlichen Belastung. Lohnsteuerfrei ist somit auch die Erstattung ausländischer Tankstellenrechnungen, da diese Kosten unmittelbar durch den Betrieb des Fahrzeugs veranlasst sind. Werden die Tankrechnungen nicht vom Arbeitgeber übernommen, so mindern die selbst getragenen Kosten nach neuester BFH-Rechtsprechung den vom Arbeitnehmer zu versteuernden Betrag. Dies kann z.B. in der privaten Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Jedoch gibt es auch einige besondere Kosten, die durch die private Nutzung des Firmenwagens im Urlaub entstehen und die durch die 1%-Regelung nicht abgegolten sind. Dies gilt für im Ausland gezahlte Mautgebühren oder Vignetten, aber auch für einen Transport des Fahrzeugs durch Autofähren oder Reisezüge. Diese Kosten werden durch besondere Leistungen veranlasst, die eben nicht unmittelbar mit der Nutzung des PKW in Zusammenhang stehen. Werden diese Kosten durch den Arbeitgeber ersetzt, so liegt lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Gleiches gilt für die Kosten eines ADAC-Euro-Schutzbriefes.

Wird der Anteil der privaten PKW-Nutzung durch ein Fahrtenbuch ermittelt, so kann durch die Mitnahme des Firmenwagens in den Urlaub der private Nutzungsanteil erheblich steigen. Dies führt dann auch zu einer Erhöhung des steuerpflichtigen geldwerten Vorteils und somit zu einer höheren Lohnsteuer.

 

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