Familienheim und Schenkungsteuer

Aufgrund der in den letzten Jahren erheblich gestiegenen Immobilienpreise, kann es in Erbfällen oftmals zu nicht unwesentlichen Erbschaftsteuerzahlungen kommen, falls sich Grundstücke im Nachlass befinden. Für das sogenannte Familienheim, in dem sich der Mittelpunkt des familiären Zusammenlebens befindet, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Steuerfreiheit gelten. Dabei werden auch die persönlichen Freibeträge nicht verbraucht. Die Steuerfreiheit kann in Anspruch genommen werden, falls das Familienheim an den Ehegatten oder die Kinder vererbt oder an den Ehegatten auch zu Lebzeiten geschenkt wird:

  • Schenkung des Familienheims an den Ehegatten zu Lebzeiten:

Die schenkweise Zuwendung des Familienheims an den Ehegatten ist schenkungsteuerfrei. Für die Übertragung gelten keine Beschränkungen der Wohnfläche. Zudem gibt es nach der Übertragung grundsätzlich keine Mindestfrist für eine weitere Eigennutzung des Familienheims.

  • Vererbung des Familienheims an den Ehegatten:

Der Erwerb des Familienheims von Todes wegen durch den überlebenden Ehegatten ist ebenfalls von der Erbschaftsteuer befreit. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Verstorbene bis zu seinem Tod in dem Familienheim gewohnt hat. War er z.B. aufgrund einer Pflegebedürftigkeit daran gehindert, so ist dies jedoch unschädlich. Der überlebende Ehegatte muss unverzüglich das Familienheim nach dem Erbfall beziehen, sofern er nicht bereits vorher darin gewohnt hatte. Außerdem muss der überlebende Ehegatte das Familienheim über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren nach dem Erbfall weiterhin als Eigentümer zu eigenen Wohnzwecken nutzen. Ansonsten entfällt die Steuerbefreiung rückwirkend. Ist er daran z.B. aufgrund eigener Pflegebedürftigkeit gehindert, so ist dies wiederum unschädlich.

  • Vererbung des Familienheims an Kinder:

Auch der Erwerb des Familienheims von Todes wegen durch Kinder ist von der Erbschaftsteuer befreit. Hier gilt allerdings eine Beschränkung auf eine Wohnfläche von 200 m². Das Kind muss unverzüglich nach dem Erbfall in das Familienheim einziehen. Auch für Kinder gilt eine Frist von zehn Jahren, während der das Familienheim als solches zu Wohnzwecken genutzt werden muss. Eine Ausnahme hiervon greift nur dann, wenn zwingende Gründe vorliegen. Ansonsten geht auch in diesem Fall die Befreiung rückwirkend und in voller Höhe verloren.

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