Sofortabschreibung für EDV geplant

Um die Umsetzung des Homeoffice steuerlich zu fördern, soll nach einem Bund-Länder Beschluss vom 19. Januar 2021 eine schnellere Abschreibung für digitale Wirtschaftsgüter (PC, Drucker, Monitore, Software) ermöglicht werden. Diese Anschaffungen sollen unabhängig von der Höhe der Anschaffungskosten sofort in voller Höhe steuerlich absetzbar sein. Die Regelung soll rückwirkend zum 1. Januar 2021 greifen und durch ein BMF-Schreiben umgesetzt werden.

Nach aktueller Rechtslage können die Anschaffungs- oder Herstellungskosten geringwertiger Wirtschaftsgüter bis zu einem Betrag von 800 € netto sofort abgeschrieben werden. Eine Abschreibung über die Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts über mehrere Jahre ist in diesem Fall bisher nicht erforderlich.

Der aktuell vorliegende Entwurf eines BMF-Schreibens definiert für einzelne Wirtschaftsgüter, hier Computerhardware inklusive der Peripheriegeräte sowie für die erforderliche Software zum Betrieb und zur Nutzung der Hardware, eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von einem Jahr. Im Ergebnis erfolgt über die Verkürzung der Nutzungsdauer eine Sofortabschreibung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten im Jahr der Anschaffung oder Herstellung. Die Sofortabschreibung soll erstmalig für Wirtschaftsjahre bzw. Veranlagungszeiträume ab 2021 gelten. Sofern entsprechende Wirtschaftsgüter bereits in der Vergangenheit angeschafft oder hergestellt wurden und diese noch nicht voll abgeschrieben sind, könnten die Restbuchwerte vollständig abgeschrieben werden.

Da das BMF-Schreiben voraussichtlich keinen begrenzten Anwendungszeitraum hat, ist erst einmal davon auszugehen, dass die Möglichkeit einer Sofortabschreibung der digitalen Wirtschaftsgüter für einen längeren Zeitraum erhalten bleiben wird.

Mittlerweile wurde allerdings bekannt, dass nun die Finanzminister von Niedersachsen und Hessen sowie der Finanzsenator aus Bremen das Vorhaben u.a. wegen rechtlicher Bedenken vorerst gestoppt haben. Eine Reform in einer solchen Größenordnung bedürfe einer gesetzlichen Regelung, zumal in die bestehenden Abschreibungsregelungen eingegriffen werde.

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