Fachnachrichten Steuerberater Simon & Partner Landsberg

Steuerpflicht von Fußballkarten

Fußballkarten an Mitarbeiter und Geschäftsfreunde zu verschenken, erfreut sich großer Beliebtheit. Unternehmer sollten allerdings in solchen Fällen die steuerlichen Folgen beachten, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Lädt ein Unternehmer seine Arbeitnehmer, Geschäftsfreunde und deren Arbeitnehmer nämlich zu Sportevents ein, führt dies bei den Eingeladenen gegebenenfalls zu steuerpflichtigen Einnahmen.

Unternehmer können in solchen Fällen die Sachzuwendungen bzw. Geschenke an Geschäftsfreunde nach § 37b EStG einer pauschalen Einkommensteuer von 30 Prozent unterwerfen und damit die Besteuerung für den Geschäftsfreund übernehmen. Gleiches gilt bei betrieblich veranlassten Sachzuwendungen an eigene Arbeitnehmer, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden und die steuerliche Freigrenze von 44 Euro monatlich überschreiten.

In einem aktuell vom Finanzgericht Bremen rechtskräftig entschiedenen Fall (Urteil vom 21.9.2017, Az. 1 K 20/17 (5)) erwarb eine GmbH fünf Dauerkarten für einen Fußball-Bundesligaverein. Sie lud ihre eigenen Arbeitnehmer, Geschäftsfreunde und deren Arbeitnehmer zu Spielen ein und setzte einen Teil der Kosten als Werbeaufwand steuerlich ab. Das Finanzamt sah in der Einladung einen geldwerten steuerpflichtigen Vorteil für die Eingeladenen und forderte von dem Unternehmer eine Pauschalsteuer von 30 Prozent.

Das Finanzgericht folgte der Auffassung des Finanzamts und wies die hiergegen gerichtete Klage ab. Der Besuch eines Bundesligaspiels, einschließlich Business-Seat, Hostessenservice und Besuch des VIP-Clubs vor und nach dem Spiel, gehört zur Freizeitveranstaltung und begründet damit einen geldwerten Vorteil beim Eingeladenen. Dies gilt auch für die eingeladenen eigenen Arbeitnehmer, da diese vorliegend während des Bundesligaspiels keine betrieblichen Aufgaben erfüllen mussten.

Schließlich ist zu beachten, dass der sog. VIP-Logen-Erlass der Finanzverwaltung, der einen abziehbaren Anteil für Werbeaufwand unterstellt, im Streitfall keinen Teilerfolg brachte. Für das Finanzgericht war entscheidend, dass es sich nicht um die Anmietung einer Loge, sondern nur um sog. Business-Seats handelte. Bei Business-Seats geht die Finanzverwaltung davon aus, dass der gesamte Preis auf die Eintrittskarte und die Verpflegung entfällt, nicht aber auch auf Werbung.

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