Fachnachrichten Steuerberater Simon & Partner Landsberg

Steuerpflicht von Grundstücksverkäufen

Wer derzeit seine Immobilie veräußert, erzielt aufgrund der gestiegenen Immobilienpreise in der Regel einen Veräußerungsgewinn. Ob dieser Gewinn der Einkommensteuer unterliegt, hängt von mehreren Umständen ab.

Wer eine Immobilie bereits länger als zehn Jahre in seinem Eigentum hat, kann diese steuerfrei veräußern, vorausgesetzt diese befindet sich nicht im steuerlichen Betriebsvermögen. Ist die Haltefrist kürzer als zehn Jahre, fällt grundsätzlich Einkommensteuer an. Eine Ausnahme hiervon gilt allerdings für zu eigenen Wohnzwecken genutzte Immobilien. Dabei stellt auch die unentgeltliche Vermietung an ein kindergeldberechtigtes Kind eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken dar. Auch eine Zweitwohnung, die nicht zur Vermietung bestimmt ist, ist nach aktueller Rechtsprechung von dieser Begünstigung erfasst. Das gilt z.B. für selbstgenutzte Ferienwohnungen oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzte Wohnungen.

Eine danach zu eigenen Wohnzwecken genutzte Immobilie kann steuerfrei veräußert werden, wenn diese Voraussetzung

  1. im Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung ausschließlich oder
  2. im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Jahren durchgängig

vorgelegen haben.

Die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken muss somit für einen zusammenhängenden und ununterbrochenen Zeitraum erfolgen. Die Nutzung muss aber nicht drei volle Kalenderjahre umfassen.

Vorsicht ist geboten, falls zuvor für ein Arbeitszimmer in der selbstgenutzten Immobilie im Rahmen einer nicht selbständigen Tätigkeit Werbungskosten geltend gemacht wurden. Zwar hat das Finanzgericht Köln (Urteil vom 20.3.2018, Az. 8 K 1160/15) für einen solchen Fall entschieden, dass keine anteilige Versteuerung vorzunehmen ist, falls die Veräußerung innerhalb von zehn Jahren erfolgt. Gegen das Urteil wurde allerdings von Seiten der Finanzverwaltung Revision (Az. IX R 11/18) eingelegt, so dass eine endgültige Entscheidung abzuwarten ist

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